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Ich besuche dich.

Ich besuche dich.
Ich besuche dich.
© wgbieber I pixabay.com

Mein Gedanke für diese Woche: Ich besuche dich.

»Kein Schwein ruft mich an«, lautet ein bekannter Liedtitel. Zermürbend kann es sein, von niemandem etwas zu hören oder zu lesen. Existiere ich eigentlich noch für die Welt, für die anderen? Fragen wie diese beschäftigen tagaus, tagein viele ältere Menschen in unserer Gesellschaft. Aber zunehmend auch jüngere – in Großbritannien wurde gar ein Ministerium für Einsamkeit gegründet. Für Leute in dieser Situation kann dann schon mal ein Anklopfen an die Tür, ein einfaches, aber ehrlich gemeintes »Hallo, wie geht’s?« eine Wohltat und wie ein Hauch frischer Luft sein. Klar, es muss nicht immer ein physischer Besuch sein: Eine E-Mail, eine WhatsApp-Nachricht, ein Anruf, ein digitales Treffen tun‘s auch, und müssen es in diesen pandemischen Zeiten oft auch.

Natürlich, es gibt auch den Besuch, der nervt, den, wo man am liebsten wegrennen würde – nicht unbedingt, weil man die betreffende Person nicht mag, sondern weil noch einiges auf der To-do-Liste steht, man morgen früh raus muss, und … Es gibt auch den zeitraubenden Austausch von Nettigkeiten, das höfliche Zeremoniell, das sich im Kreis zu drehen scheint und ins Leere geht.

Jesus hat Menschen besucht und wurde besucht, hat Menschen eingeladen und wurde eingeladen, hat sich ansprechen, auf seinem Weg unterbrechen lassen, hat zu sich gerufen, hat sich an einsame Orte zurückgezogen, sich dem Zugriff der Menge entzogen, hat dort nein gesagt, wo zu wirken nicht seine Aufgabe war.

  • Wer braucht mich gerade?
  • Wer wäre angenehm überrascht, wenn ich mich mal wieder melde?
  • Welche Kräfte und welche Zeit habe ich, um sie anderen zu schenken?
  • Was wird mir zu viel?

Fragen, die sich im Lockdown noch einmal neu stellen …

Daniel Saudek, Referent für die naturwissenschaftlichen Fachbereiche

 

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: »Friede diesem Haus!« (Lk 10,5)

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