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Ich gehe ein Stück mit dir.

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Ich gehe ein Stück mit dir.
© Jon Tyson I Unsplash.com

Am Palmsonntag stehen wir am Beginn der Karwoche. In einer Woche ist Ostern. Es ist die Woche, in der die letzte Wegstrecke Jesu, sein Kreuzweg, in den Blick kommt.

Zwei Menschen werden auf dem letzten Weg Jesu beschrieben, die ein Stück weit mit ihm gehen.

Einmal Simon von Kyrene. Er wird in den Evangelien erwähnt. Ein Bauer, der gerade von der Feldarbeit zurückkehrt, sicher müde und abgeschafft. Er wird von den Soldaten gezwungen, das Kreuz an Jesu statt auf die Anhöhe zu tragen. Widerstand wäre zwecklos gewesen. Also tut er, was er muss. Es bleibt unserer Phantasie überlassen, ob und welch eine Beziehung hier entstand. Jesus jedenfalls bekam Hilfe und Erleichterung. Die beiden Söhne Simons, Rufus und Alexander, werden in der Erzählung namentlich erwähnt. Das könnte darauf hindeuten, dass Simon beim Tragen des Kreuzes verstanden hat, wer Jesus ist und was er hier für ihn tut. Und dann mit seiner Familie zum Anhänger Jesu wurde.

Auch wir werden in Situationen gestellt, die wir uns wahrlich nicht ausgesucht haben. Müssen Wege gehen, die wir nicht gewählt haben. Manchmal darf ich feststellen, dass da Menschen mit mir unterwegs sind, die mir etwas für mein Leben Bedeutsames mitgeben oder die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vielleicht kann das ein Gedanke sein, der mir jetzt hilft in einer pandemischen Situation, in der ich mich auf Wegen befinde, die ich mir weder ausgesucht habe noch hätte vorstellen können.

Die zweite Person ist Veronika. Im Neuen Testament wird sie nicht erwähnt, sie ist eine legendarische Figur. Sie steht am Wegrand. Sie erwartet Jesus. Sie hat Mitleid mit ihm, reicht ihm ein Tuch, mit dem er sich das Gesicht reinigen kann. Damit er wieder ein menschliches Antlitz bekommt. Die Dankbarkeit Jesu ist so groß, dass er den Abdruck seines Gesichtes auf dem Tuch hinterlässt. Die mitleidige Handlung Veronikas wird durch das Eindrücklichste, was ein Mensch hat, seinen Gesichtsausdruck, belohnt.  Das Gesicht ist eingebrannt. Veronika, das heißt übersetzt »wahres Bild«. Sie sieht, wer Jesus wirklich ist. Das war das Geschenk, welches Jesus Veronika machte. Eine Erfahrung, die auch wir im Mitgehen, Mitdenken, Mitleiden mit Anderen machen können: Den Anderen erkennen, wie er wirklich ist.

Simon und Veronika, zwei Menschen, die im Mitgehen mit Jesus erfahren konnten, wer Jesus ist.

Ich wünsche Ihnen und Dir diese Erfahrung im Mitgehen auf Ostern hin. Eine gesegnete Heilige Woche!

Gabriele von Erdmann, Mentorin für die Lehramtsstudierenden der kath. Theologie

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