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Karfreitag

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Karfreitag
Karfreitag
© Dominik Kempf I Unsplash.com

Heute, am Karfreitag, denken wir an das Leiden und Sterben von Jesus am Kreuz. Er hat damit freiwillig die Sünden der Welt auf sich genommen.

Das Johannesevangelium erzählt:

Darauf nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf das Haupt und legten ihm einen purpurroten Mantel um. Sie traten an ihn heran und sagten: Sei gegrüßt, König der Juden! Und sie schlugen ihm ins Gesicht. Pilatus ging wieder hinaus und sagte zu ihnen: Seht, ich bringe ihn zu euch heraus; ihr sollt wissen, dass ich keine Schuld an ihm finde. Jesus kam heraus; er trug die Dornenkrone und den purpurroten Mantel. Pilatus sagte zu ihnen: Seht, der Mensch! Als die Hohepriester und die Diener ihn sahen, schrien sie: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn und kreuzigt ihn! Denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden entgegneten ihm: Wir haben ein Gesetz und nach dem Gesetz muss er sterben, weil er sich zum Sohn Gottes gemacht hat. Als Pilatus das hörte, fürchtete er sich noch mehr. Er ging wieder in das Prätorium hinein und fragte Jesus: Woher bist du? Jesus aber gab ihm keine Antwort. Da sagte Pilatus zu ihm: Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen? Jesus antwortete ihm: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre; darum hat auch der eine größere Sünde, der mich dir ausgeliefert hat. Daraufhin wollte Pilatus ihn freilassen, aber die Juden schrien: Wenn du diesen freilässt, bist du kein Freund des Kaisers; jeder, der sich zum König macht, lehnt sich gegen den Kaiser auf. Auf diese Worte hin ließ Pilatus Jesus herausführen und er setzte sich auf den Richterstuhl an dem Platz, der Lithostrotos, auf Hebräisch Gabbata, heißt. Es war Rüsttag des Paschafestes, ungefähr die sechste Stunde. Pilatus sagte zu den Juden: Seht, euer König! Sie aber schrien: Hinweg, hinweg, kreuzige ihn! Pilatus sagte zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohepriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser.

Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde. Sie übernahmen Jesus. Und er selbst trug das Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, die auf Hebräisch Golgota heißt. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte aber Jesus. Pilatus ließ auch eine Tafel anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. Diese Tafel lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. Da sagten die Hohepriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben ganz durchgewoben. Da sagten sie zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies taten die Soldaten. Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, da Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß voll Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm voll Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.

Johannes 19,1-30

Karfreitag - was hat dieser Tag mit Dir zu tun? Vielleicht können Dich die Fragen durch den weiteren Tag begleiten und Dir helfen, diesem besonderen Tag nachzuspüren:

  • Wurdest Du schon mal »von Pontius zu Pilatus« geschickt?
  • Hast Du Deine »Hände in Unschuld gewaschen«?
  • Was »brennt Dir unter den Nägeln«?
  • Was oder wer hat »den Nagel auf den Kopf getroffen«?
  • Was ist Dir »ein Dorn im Auge«?
  • Für wen oder was würdest Du »das letzte Hemd geben«?

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Das beschäftigt Andere heute:

»Leute auf der Flucht müssen oft von Pontius zu Pilatus zu rennen – um einfach nur existieren zu dürfen.« Dr. Daniel Saudek, Referent für die naturwissenschaftlichen Fachbereiche

»Ich wasche meine Hände und habe dann mit dem ganzen Übel in der Welt nichts mehr zu tun. Dabei vergesse ich, dass viel mehr Menschen durch Hunger sterben als durch das Corona-Virus.« Lady Johanna Peralta Moreno, Studentische Mitarbeiterin

»Durch den Ausbruch des Corona-Virus wird die Situation in den Flüchtlingslagern in Griechenland immer schlimmer. Mir brennt es unter den Nägeln, auf diese verheerende Situation aufmerksam zu machen.« Bianca Mondello, Referentin für die Fachbereiche am Campus Westend

»Momentan müssen wir mehr denn je darauf vertrauen, dass die Politiker und alle anderen Verantwortlichen die richtigen Entscheidungen treffen, um die Krise auch langfristig in den Griff zu bekommen - quasi den Nagel auf den Kopf treffen.«  Felix Fromm, Tutor im Frankfurter Studierendenwohnheim Alfred-Delp-Haus

»Mich berührt die Alltagssolidarität, die ich in diesen Tagen immer wieder wahrnehme. Im Lichte der Karwoche betrachtet geben so manche Menschen, Einrichtungen und Initiativen ihr letztes Hemd.« Sr. Laura Knäbel, Seelsorgerin für die Frankfurt University of Applied Sciences

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