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Ostern

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© Jon Tyson I Unsplash.com

Ostern: Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!

Die vier Evangelien des neuen Testaments berichten, dass Jesu Grab am dritten Tage nach der Kreuzigung leer war und Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern erschien.

Das Lukasevangelium erzählt: 

Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. Und es geschah, während sie darüber ratlos waren, siehe, da traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen. Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss in die Hände sündiger Menschen ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. Da erinnerten sie sich an seine Worte. Und sie kehrten vom Grab zurück und berichteten das alles den Elf und allen Übrigen. Es waren Maria von Magdala, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, und die übrigen Frauen mit ihnen. Sie erzählten es den Aposteln. Doch die Apostel hielten diese Reden für Geschwätz und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden. Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung über das, was geschehen war.

Und siehe, am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Und es geschah, während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohepriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Lukas 24,1-35

In diesem Jahr ist das Osterfest wahrscheinlich anders als Du es gewohnt bist. Vielleicht können Dir die Fragen helfen, dennoch Ostern auf die Spur zu kommen:

  • Wann ist es für Dich »wie Weihnachten und Ostern zusammen«?
  • Was lässt Dich »von den Toten auferstehen«?
  • »Aufbrechen/aufblühen« - geht das in dieser Zeit überhaupt?
  • Wann kommt für Dich »ein Stein ins Rollen«?
  • »Im rechten Licht betrachtet…«
  • »Wo viel Licht, da auch viel Schatten.« - Stimmt das?
  • »Es geschehen noch Zeichen und Wunder.« - Auch heute?
  • »Wer's glaubt, wird selig«!?
  • Wen »empfängst Du mit offenen Armen«?

Wenn Du magst, kannst Du Deine Antworten bei Instagram eintragen.

Das beschäftigt Andere heute:

»Das ist für mich wie Weihnachten und Ostern zusammen: Wenn irgendwann wieder Normalität herrscht und wir all das wieder erleben dürfen, was bis vor kurzem noch Gewohnheit war: Mit der Familie essen gehen, mit den Freunden feiern, Reisen, Konzerte besuchen etc.« Felix Fromm, Tutor im Studierendenwohnheim Alfred-Delp-Haus

»'Listen to the science!' – doch träge, unverrückbar sitzt der Stein neoliberal-konsumistischer Wirtschafts- und Lebensstile fest. 'Listen to the science!' – kommt er langsam doch ins Rollen?« Dr. Daniel Saudek, Referent für die naturwissenschaftlichen Fachbereiche

»Im rechten Licht betrachtet stelle ich fest, dass auch wir in unserer anscheinend so heilen westlichen Welt verwundbar sind. Ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht, dass eine Krankheit so viel Schaden anrichten kann. Unter dem Eindruck der derzeitigen Lage aber merke ich, wie alles, was wir an Sicherheiten haben, ins Wanken geraten kann.« Christos Theel, Kirchenmusiker

»Im rechten Licht betrachtet sieht manches anders aus als auf den ersten Blick: Manche Chance steckt in dem, wogegen ich mich innerlich lange gewehrt habe. Manchmal fällt der Groschen erst, wenn ich etwas von allen Seiten beleuchte. Manche Idee kommt mir erst, wenn ich eine Nacht über eine Sache geschlafen habe. Mancher Mensch wird mir erst auf den zweiten Blick 'shining'. Manche Hoffnung setzt sich erst nach langer Zeit durch. Und Ostern sagt mir: Nicht alles, was tot geglaubt wird, ist am Ende. Nicht jedes Grab ist ein Schlusspunkt. Im rechten Licht betrachtet, steckt in jedem Ende auch ein neuer Anfang.« Joachim Braun, Hochschulpfarrer

»Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Wie gut tun diese guten Nachrichten in der jetzigen Corona-Krise! Wenn man zum Beispiel hört, dass ein 90-jähriger Erkrankter wieder geheilt wurde, dann ist das für mich ein besonderes Zeichen und ein kleines Wunder.« Felix Fromm, Tutor im Studierendenwohnheim Alfred-Delp-Haus

»Es geschehen noch Zeichen und Wunder, wenn man plötzlich mit Menschen telefoniert oder in Kontakt tritt, mit denen man schon lange nicht mehr geredet hat – einfach so, aus Interesse und ohne die Dauerausrede 'dazu habe ich keine Zeit'.« Sr. Laura Knäbel MMS, Seelsorgerin für die Frankfurt University of Applied Sciences

»Mit offenen Armen empfangen können wir die neuen Lebensstile, die wir wegen der Einschränkungen von Mobilität derzeit ausprobieren und die umweltfreundlich sind.«  Lady Johanna Peralta Moreno, Studentische Mitarbeiterin

»Es wird dieses Jahr ein außergewöhnliches Osterfest werden. Wie gerne würde ich meine Familie mit offenen Armen empfangen, herzlich willkommen heißen und zusammen essen. Damit wir zusammen feiern können, haben wir uns etwas überlegt: Wir kochen jeder für sich zu Hause das gleiche und essen dann digital zusammen. So können wir immerhin eine kleine Verbindung schaffen und uns nahe sein.« Bianca Mondello, Referentin für die Fachbereiche am Campus Westend